Wortlautwiedergabe der Audioeinspielungen zum Kieler Tastmal

Im Sinne barrierefreien Internets nicht nur für seh- sondern auch für hörgeschädigte Internetbenutzer findet sich auf dieser Site die Wortlautwiedergabe der abhörbaren Toneinspielungen.

Hörfunkbeitrag von Susanne Keck

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(Anmoderation): Kulturmagazin "Von Binnenland und Waterkant" hier auf ihrer NDR1 Welle Nord. Der Kieler Bahnhof - im vergangenen Jahr ist er nach langen Umbauten endlich fertig geworden und jetzt wird er weiter und weiter verschönert. Es gibt ein neues Kunstobjekt. Ein sog. Tastmal steht im Bahnhof und das bietet sowohl sehenden als auch blinden Besuchern viele Informationen über die Landeshauptstadt, eben zum Ertasten. Anlass, dieses Kunstwerk in Auftrag zu geben, war das 100jährige Bestehen der Rotarier, und die durften beim Aufstellen des Kunstwerkes es auch schonein erstes Mal berühren. Mit Tasten hatte das allerdings dann weniger zu tun.

(Reporterin Susanne Keck): Viele zupackende Männerhände waren am Werk als der Koloss aufgestellt wurde. Immerhin, 700 Kilo ist er schwer. Verpackt, wie er noch ist, sieht er aus wie eine quadratische Säule. So etwas stellt man nicht eben mal auf seinen richtigen Platz. Sogar Hartmut Niesing von den Rotariern musste Hand anlegen. Damit hatte er nicht gerechnet."

(Dr. Hartmut Niesing): Eigentlich nicht! (lacht) Aber tun wir gerne! Jawoll, "Hands on" heißt das bei uns immer!

(Susanne Keck): Und dann kam der spannende Moment. Die exakte Position neben der Rolltreppe in der Bahnhofshalle stimmte, und der Kieler Künstler Jörg Plickat war bereit, das Tastmal für einen kurzen Moment von seiner dicken grauen Schutzfolie zu befreien. K I E L - die Buchstaben fallen auf den ersten Blick ins Auge. In vier übereinander gestapelten Bronzewürfeln sind sie wie eine ausgestanzte Form zu lesen. Zu dieser Idee inspiriert hat den KÜnstler kein Geringerer als Johann Sebastian Bach.

(Jörg Plickat): Der hat ja seinen Namen praktisch in Notenwerte umgesetzt und daraus ein Musikstück gemacht. Und so bin ich in einem Urlaub auf Sizilien darauf gekommen, dass man analog zu BACH die vier Buchstaben KIEL nehmen könnte, dass man die Buchstaben als skulpturale Negativformen nimmt und die dann ausfüllt.

(Susanne Keck): Jeder Buchstabe ist also als Öffnung im Würfel zu sehen und wer seine Hand in diese offenen Buchstaben hineinsteckt, kann im K zum Beispiel die Form der "Gorch Fock" ertasten. Aber auch außen an den Würfeln bekommt Kiel für Blinde und Sehende Gestalt.Jörg Plickat:

(Jörg Plickat): Das ist einmal ein Stadtgrundriss. Dann ist es ein detaillierter Stadtplan der Bahnhofsumgebung, damit man weiß, wie man von hieraus direkt zum Sophienhof, zum ZOB kommt oder zu Taxis oder Stadtbussen kommt. Drei weitere Tafeln zu Kiel und seiner Umgebung. Man versteht ja eine Stadt auch immer durch ihre geografische Lage.

(Susanne Keck): Alle Erläuterungen zu den Reliefs sind immer auch in Blindenschrift übersetzt. Ursula Weber vom Blinden- und Sehbehindertenverein hat die Entwürfe zum Tastmal vom ersten Entwurf an begleitet und schließlich die Schriftzüge geliefert. Sie hat gestern gleich mit ihren Händen geprüft, ob Bilder und Schrift jetzt am Tastmal lesbar sind.

(Ursula Weber): Es ist beeindruckend, die Reliefs zu sehen, zu spüren, zum Beispiel zu sehen, wie das Rathaus aussiEht, weil die Form kann man durchs Ertasten umsetzen. Und wenn's beschrieben wird, muss man sich nur 'ne Vorstellung machen. Und so kann ich wirklich die Umrisse fühlen und kann auch Besonderheiten der Gebäude einfach erkennen.

(Susanne Keck): Ein kleiner Nachteil, so Ursula Weber: Im Kieler Winter werden die Finger auf der Bronze so kalt, dass sie kaum tasten können. Das ist wie Lesen bei schlechtem Licht. Jörg Plickat schwebt schon eine Lösung vor.

(Jörg Plickat): Ich hab schon überlegt, von oben vielleicht mit Heißluft da reinzupusten oder so. Man muss das noch mal überlegen, ob man da noch 'ne Möglichkeit findet.

(Susanne Keck): Als wohlig warme Skulptur wäre das Kieler Tastmal dann sicher einzigartig in Schleswig-Holstein. Eine echte Bereicherung für Sehende und Blinde ist es auch jetzt schon.

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Prof. Imeyer (Governor des Rotary-Districts 1890, Hamburg)

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Es gibt in unserer Bundesrepublik 155 000 Blinde und 600 000 Sehbehinderte. Und dieses hier können wir nicht wie Jesus vor 2000 Jahren getan hat, nun sozusagen durch die Heilung der Blinden erreichen. Aber wir können natürlich helfen, ihnen Wege zeigen; und dieses tun sie mit ihrem Projekt hier in Kiel. In Kiel gibt es 900 Blinde, in Schleswig-Holstein 10 000. Das sind die Zahlen, die ich bekommen habe.
Einer unserer früheren Weltpräsidenten hat gesagt 1986-87: "Rotary brings hope!", und ich denke, dass die Kieler Clubs etwas Großartiges in dieser Richtung auf den Weg gebracht haben.
Milliarden werden von Rotary im Laufe der Zeit aufgebracht gegen die großen Lasten der Menschheit: für die Überwindung von Polyo - was wir weitgehend geschafft haben - und für Frieden in einer Welt, die also von großen Lasten geprägt ist.
Ich möchte den Kieler Clubs große Anerkennung, großen Dank aussprechen für diese wunderbare Leistung und will nicht vergessen, dass der Künstler Plickat ein großartiger Mann ist, der auch in Hamburg, wo ich meine rotarische Heimat habe, großartiges gestaltet hat, und wir sind stolz, dass er zu uns gehört!
Vielen Dank, Rotary in Kiel für das, was sie tun! Danke! (Beifall)

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Prof.Dr. Günter Endruweit (Präsident des Rotary Clubs Kiel)

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Ich habe vielen Menschen Dank zu sagen. Zuerst einmal Frau Nedderhoff. Ihnen möchte ich zuerst danken - und damit auch der Deutschen Bahn - dafür, dass unsere Kiel-Stele hier eine Heimat gefunden hat. Sie waren gleich von Anfang an dem Unternehmen so aufgeschlossen, dass man kaum glauben konnte, dass die Bahn vor kurzem noch eine Behörde war. (einige Leute lachen)
Dann haben wir ihnen, frau Oberbürgermeisterin zu danken dafür, dass sie die Stele für die Stadt als Geschenk annehmen, damit auch alles seine Ordnung hat und damit wir sehen, dass wir das auch für die Kieler Bürger getan haben.
Dem Schleswig-Holsteinischen Sozialministerium kann ich danken, dass es uns finanziell unterstützt hat. Ganz besonders aber möchte ich Frau Weinhold und Herrn Dr. Trinkus vom Blinden- und Sehbehindertenverein danken für die fachkundige Beratung, ohne die die Herstellung dieses Tastmals gar nicht möglich gewesen wäre. Herr Präsident Lubnau wird uns dankenswerterweise nachher noch einiges dazu sagen, was unser Tastmal für Menschen bedeuten kann, deren Augen ihrem Eigentümer nur einen eingeschränkten oder gar keinen Dienst erweisen.
Und damit sind wir wieder beim Tastmal und Rotary.
Als wir vor über einem Jahr begannen uns zu überlegen, was wir zur 100jahrfeier von Rotary tun wollen, da war uns eines klar: Ein so wichtiges Ereignis verlangt auch besondere Anstrengungen. Und dazu fiel mir ein Zeitungsartikel ein, den mir unser damaliger Gouverneur Rudolf Tank, der auch hier anwesend ist, gegeben hatte. Darin wurde berichtet, dass unsere rotarischen Freunde in Hamburg-Harburg ihrem Bezirksrathaus ein Modell des Harburger Altstadtkerns schenkten. Der Initiator dieses Projektes Prof. Boggert(?) ist auch übrigens unter uns.
Das ist nun eine kulturfördernde Tat, die auch zu den Aufgaben von Rotary gehört. Aber eine Nachbildung unserer Altstadt mit dem Karstadtklotz und den sparkassenähnlichen Kästen auf dem Alten Markt - sollten wir die in unser Rathaus stellen? Ich fürchte, da hätte unsere Oberbürgermeisterin gar nicht zugestimmt und sie hätte auch recht so getan. (Einige, darunter Frau Volquartz, lachen)
Aber könnten wir nicht das Kulturelle mit dem verbinden, was wir Rotarier Gemeindienst nennen? Wir meinen damit eine Hilfe für die Allgemeinheit und insbesondere für solche Gruppen, für die unsere Hilfe besonders nützlich ist.
So kam die Idee auf, im Bahnhof eine für Blinde lesbare Information über den Bahnhof selbst und über die Bushaltestellen und Taxistände und die weitere Umgebung aufzustellen. Das fand die Zustimmung meiner Kollegen, der Präsidenten der anderen Kieler Rotary Clubs, des Inner Wheel Clubs - unserer Organisation für die Damen - sowie des Rotaract Clubs - unserer Jugendorganisation. Sie und ein dutzend anderer Helfer aus unseren Clubs haben ebenfalls meinen herzlichen Dank verdient. Sie haben die Vorbereitungen zum Endprodukt gemacht.
Besonders glücklich war allerdings der Umstand, dass wir unter unseren Mitgliedern einen Bildhauer haben, und dazu noch diesen, den Herrn Plickat. Der sollte vielleicht mal hier nach vorne kommen, damit alle wissen, wer das ist. Er hat nämlich (Zwischenrufe: "Es gibt nämlich welche, die kennen dich noch nicht!" - "Da ist er!" - Beifall) Er hat aus der Idee des Flachreliefs, wie sich das so ein Beamter wie ich ausdenken kann, etwas gemacht, was dann nun wirklich ein Kunstwerk ist, nämlich das Kiel-Tastmal, das wir nun enthüllen wollen. Und dazu muss ich das machen, was viele Kieler machen. Dazu muss ich unsere Oberbürgermeisterin um Hilfe bitten (einige lachen), damit wir das von vorne enthüllen können.

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Angelika Volquartz (Oberbürgermeisterin von Kiel)

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Seit jeher sind die Kielerinnen und Kieler von Skulpturen begeistert. Deshalb haben sie Kiel auch zu einem Skulpturenpark unter freiem Himmel gemacht. Überall in der Stadt findet man Plastiken zeitgenössischer Künstler von Hans Kocks Skulpturengarten auf Gut Seekamp bis zum Asmus-Bremer-Platz, wo unser allseits geliebter Asmus Bremer Gäste zum verweilen einlädt. Mehr als 230 solcher Werke gibt es in Kiel. Um so mehr freuen wir uns, im 100. Jahr des Bestehens der Rotarier auf das Tastmal von Jörg Plickat.
Er ist wieder irgendwo abhanden gekommen. (etliche lachen)
Ich denke, man kann dieses wirklich große und großzügige Geschenk der 6 Kieler Rotary Clubs in ihrem Ehrenjahr gar nicht hoch genug bewerten.
Für mich ist diese Stele wahrlich kein gewöhnliches Präsent, vielmehr Ausdruck der tiefen Verbundenheit, die sie, liebe Rotarier ihrer Stadt nun schon seit vielen Jahrzehnten entgegen bringen. Von heute an ziehrt es die Empfangshalle des Kieler Bahnhofs, weist uns den Weg in alle vier Himmelsrichtungen, uns allen, den Sehenden und den Blinden.
Jeden Tag reisen viele Kielerinnen und Kieler von hier aus in alle Welt und viele Gäste aus aller Welt kommen jedes Jahr zu uns, sehende und nichtsehende, zum Beispiel zur Kieler Woche, die auch auf diesem Tastmal verewigt ist. Von nun an können sich alle diese Menschengleich bei ihrer Ankunft ein formvollendetes Bild von unserer Stadt machen.
Was verbirgt sich hinter dem Namen Kiel? Man muss es schon ausprobieren, um es zu begreifen. Das ist die Botschaft dieses einzigartigen Kunstwerks. Den Rotariern sei es von Herzen gedankt!
Anteilnahme ist der goldene Schlüssel, der die Herzen anderer öffnet. Anteilnahme an den besonderen Lebensumständen von Nichtsehenden ist auch das Leitmotiv dieser Skulptur.
Ich bin mir sicher, dass unser neuer Kieler Obelisk des Sehens und Fühlens schon bald viele Freunde finden und viele reisende Taster anziehen und begeistern wird.
Reisende ist übrigens auch ein gutes Stichwort. Auch ich möchte an dieser Stelle der Deutschen Bahn AG ausdrücklich danken, liebe Frau Nedderhoff, dafür, dass wir diesen herausragenden Standort für dieses Kunstwerk bekommen konnten, dass sie es zur Verfügung gestellt haben; und - das muss auch gesagt werden -, dass sie es hegen und pflegen. Gleicher Dank gilt auch der Sparkassenstiftung, den Sponsoren und dem Sozialministerium für die Unterstützung.
Die optische Verjüngung der Stele nach oben ist für mich ein besonderes, weiteres gutes Zeichen, Ausdruck der ewig jung bleibenden Rotarier. Folgen wir also dem Wegweiser zu immer neuen Überraschungen. Ich wünsche ihnen und uns gemeinsam viel Freude! Noch einmal ein Riesenfank!"

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Jürgen Lubnau (Präsident des DBSV, Berlin)

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Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Repräsentanten der Rotarier, meine Damen und Herren!
Die Menschen nehmen mehr als 80% ihrer Informationen über das Auge auf. Wenn sie sich das vergegenwärtigen, wissen sie, mit welchen Problemen blinde und sehbehinderte Menschen zu kämpfen haben. Wollen wir gleichberechtigt am beruflichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben, müssen Barrieren beseitigt werden, Barrieren, die sich ergeben dadurch, dass Dinge nur optisch wahrgenommen werden können. Die Gestaltung - angepasst an die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen - zum Beispiel des öffentlichen Raumes, von Verkehrsanlagen, von Internetseiten - wir leben ja in einer sehr modernen, technisierten Welt - und auch die Zugänglichkeit von Kunst erfordert in aller Regel nur geringe Veränderungen, und wenn diese Veränderungen gleich zu Beginn der Planungen mit einbezogen werden, ist auch der Kostenaufwand ein marginaler.
Das, was die Rotarier jetzt übergeben haben, ist Kunst zum Begreifen, begreifen im handfesten Sinne. Das Kunstwerk soll ertastet werden. Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist ein freudiger Tag für uns alle, dass private Initiative der Rotarier deutlich macht: es gibt gelebten Bürgersinn und gelebte Solidarität.
Wir spüren und erleben sie ja auch, die kälter werdende Gesellschaft. Das soziale Klima hat sich deutlich verändert. Und da ist dieses Signal, was sie, meine sehr verehrten Rotarier heute geben, ein sehr positives und ein Signal, das wir mit Freude zur Kenntnis nehmen.
Solidarität benötigen nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen, generell behinderte Menschen. Privat erleben wir sie heute. Im Gegensatz dazu steht vermehrt die soziale Kälte im öffentlichen Raum, in der Politik. Wir erleben es in etlichen Bundesländern. Dort wurde bzw. soll der Behindertennachteilsausgleich, der ein jahrzehntelanger parteiübergreifender Konsens war, verlassen werden. Dies ist ein Zeichen in die falsche Richtung, und blinde und sehbehinderte Menschen werden durch diese Maßnahmen an den Rand der Gesellschaft gedrängt und isoliert. Und, meine sehr verährten Damen und Herren, lassen sie mich hinzufügen: Im Grunde genommen ist das ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn. Menschen werden in die Heime getrieben, die teuer sind und ein vielfaches dessen ausmachen, was ein Nachteilsausgleich an Kosten verursacht.
Also, mein Appell an die Politik und an die Menschen, die gesellschaftlichen Einfluss ausüben können: Helfen sie mit, dass dieser gesellschaftspolitische Wandel nicht komplett vollzogen wird und dort, wo er schon begonnen hat, rückgängig gemacht wird! Wir brauchen die Solidarität der Mitbürgerinnen und Mitbürger, der privaten Organisationen wie die Rotarier ja welche sind. Sie haben das soziale Engagement auf ihre Fahnen geschrieben und sie dokumentieren heute: Es ist kein Lippenbekenntnis. Sie leben das soziale Engagement und die Solidarität für behinderte Menschen. Dafür danke ich ihnen im Namen des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes, dem alle Blinden- und Sehbehindertenverbände in Deutschland angeschlossen sind! Ich danke ihnen für die Tatkraft dieses Projekt umgesetzt zu haben! Ich danke auch dem Künstler, Herrn Plickat! Ich danke auch der Stadt Kiel in Vertretung der Frau Oberbürgermeisterin und auch der Deutschen Bahn, natürlich! Dank auch unseren Kollegen aus dem Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein, und ich glaube es ist nicht verkehrt, den Namen Dr. Jürgen Trinkus zu nennen, der sich ja mit Vehemenz für dieses Projekt eingesetzt hat!
Es ist - wie gesagt - ein Tag der Freude für uns. Ich will alle ermutigen, alle Reisenden, alle Gäste der Stadt Kiel und auch die Bewohner der Stadt Kiel: Nutzen sie dieses Angebot, Kunst zu begreifen. Sie ist handgreiflich vorhanden. Nutzen sie dieses Angebot! Sie werdenspüren, dass sie eine ganz neue Perspektive erleben werden! Vielen Dank! (Beifall - leise zu hören sind Äußerungen der Zustimmung: "Hervorragend!" - "Sehr gut!" - "Ganz hervorragend!")

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Welle Nord Aktuell:

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(Reporter Oliver Breuer): Die vier Kieler Rotarier Clubs hatten sich überlegt, was sie zum 100jährigen Bestehen der Vereinigung machen wollten und kamen auf die Idee, der Stadt Kiel dieses besondere Kunstwerk zu schenken. Der Bildhauer Jörg Plickat setzte diese Vorgaben um, und zwar sehr gut, findet die Vorsitzende des Blinden- und sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein, Annegret Walter.
(Annegret Walter): Das stellt für blinde Menschen die Möglichkeit dar, sich wirklich zu orientieren. Ich hab zum Beispiel die gesamte Bahnstrecke abfahren können, mit den Fingern erkennen können, wo die einzelnen Stationen liegen. Ich hab im Plan erkannt, wo Schilksee liegt. Das sind alles Dinge, die man sich als blinder Mensch so immer gar nicht so einfach vorstellen kann. Aber wenn man das mal direkt so unterm Finger hat, ist das schon sehr beeindruckend.
(Reporter): Das Tastmal besteht aus vier Bronzewürfeln, die auf einem Steinsockel stehen. Auf den Würfeln sind Informationen enthalten über die Stadt, die Umgebung Kiels, Bahnhof und die Bahnverbindungen sowie Verbindungen zu den Ostseemetropolen. Diese Informationen werden auf Reliefs mit Symbolen in Normalschrift und in Blindenschrift dargestellt.

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Auswahl und Dokumentation der Redeausschnitte: Dr. Jürgen Trinkus


Erstellt am 12.02.2005, Zuletzt geändert am 19.02.2005