Ein zeitgemäßer Ansatz
(aus einem Konzeptpapier von Dr. Jürgen Trinkus)

Die enorme, scheinbar alles beherrschende Flut visueller Informationen in Beruf und Freizeit wird offenbar von einer wachsenden Zahl von Menschen als Belastung und Zumutung empfunden. Die Inflation äußerer Reize lässt die Entstehung innerer Bilder und damit von Muße und Phantasie sowie die konzentrierte Wahrnehmungsfähigkeit verkümmern. Die unaufhörliche Beanspruchung durch Displays ermüdet die Augen. Auch Klänge und Düfte werden im Kampf um unsere Aufmerksamkeit zunehmend instr umentalisiert. Die zuweilen aggressiv-zudringliche audiovisuelle Umweltbelastung macht krank. Zugleich verstärkt sich in dieser Abhängigkeit die Angst vor Verlust des Hör-, vor allem aber des Sehvermögens.

Es ist nur scheinbar paradox, dass sich Hörbücher einer wachsenden Beliebtheit erfreuen, gerade unter den Bildungsaktivsten und kulturell Interessiertesten, den Lesern.

Multimediale Wahrnehmungszusammenhänge werden immer öfter als fremdbestimmt empfunden und kritisch hinterfragt. Filter können dabei helfen.

Blinde und Sehbehinderte haben ein erhöhtes Interesse daran, in dieser vordergründig visualisierten Welt das Recht und die Möglichkeiten der anderen Sinne einzufordern und zu pflegen. Wo dies auch von Sehenden zunehmend als nötig erkannt wird, haben Blinde eine spezifische Kompetenz einzubringen: ihre Vertrautheit mit dem Dunkel.


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Erstellt am 02.10.2002Zuletzt geändert am 31.01.2005 Mail an den Seitenautor: Jürgen Trinkus